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Main und seine Ufer. Der Main und seine Ufer.
Der Main und seine Ufer.
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Stadtplan
SZ, Februar 2004
Schön wie Nizza: Die Kulturmetropole Frankfurt am Main unterschätzt sich gern.
Die
Stadt liegt am Fluss, der zu beiden Ufern bebaut ist, und man braucht
nur bequem über eine der beiden Fußgänger brücken zu spazieren, um sie
vor sich ausgebreitet zu sehen oder um dem nächtlichen Schauspiel ihres
glitzernden, stets ein wenig zitternden Spiegelbildes auf der
Wasseroberfläche zu folgen: Wenn die Tagesbewohner der Wolkenkratzer
und Bürotürme längst in ihre weit außerhalb der Stadt, vorzugsweise an
den Hängen und Rändern des Taunus gelegenen Schlafstätten zurückgekehrt
sind, liegt die kleine Metropole wie ein Dornröschen im Bett ihres
Flusses. Die Vertikale der Hochhäuser, der himmelstürmende und auch in
der Mentalität der Bewohner wahrnehmbare Hochmut von Frankfurt, hat
sich in die Horizontale des Gewässers hinabgesenkt, und es ist, als
würde die Stadt am Meer liegen - wie Nizza.
Ihr kleines "Nizza",
einen öffentlichen, in Rumpfform noch immer erhaltenen hortus conclusus
mit tropischen Gewächsen und subtropischen Bäumen, hatten die
Frankfurter Bürger schon im 19. Jahrhundert unterhalb der Kaimauer des
nördlichen Mainufers angelegt. Max Beckmann hat "Das Nizza von Frankfurt"
1921 wie eine aus dem Spielzeugkasten geformte Miniaturstadt gemalt.
Zuvor, als dieses Wonneplätzchen noch "Mainlust" hieß, bewunderte der
französische Dichter Gérard de Nerval hier "eine der schönsten Aussichten der Welt".
VOLKER BREIDECKER
Süddeutsche Zeitung
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